Geht es um gender- oder geschlechterbewusste Medienprojekte, so spielt auch Sprache eine wichtige Rolle, da sie Vorstellungen von Wirklichkeit transportiert. Sie kann Rollenzuweisungen festigen oder aufweichen.
Spätestens seit den 70er Jahren wurden übliche Schreibweisen von Feministinnen kritisiert.
Zentraler Punkt der Kritik war, dass Frauen in der Sprache ignoriert und ausgeschlossen werden. Darüber hinaus wurde bemängelt, dass Frauen und Männer in sehr unterschiedlichen Rollen präsentiert werden. Frauen wurden und werden häufig in Abhängigkeit von Männern und in traditionellen Rollen mit sogenannten weiblichen Eigenschaften und Verhaltensweisen dargestellt. Sie treten deutlich seltener als Handlungsträgerinnen auf und werden mit einer Vielzahl von abwertenden Begriffen bezeichnet.
Der gängige Sprachgebrauch ist jedoch nicht nur in der Darstellung bzw. Nicht-Darstellung von Frauen problematisch. Er beruht auf einem System der Zweigeschlechtlichkeit, in dem es als (vermeintliche) Normalität nur „sie“ und „ihn“ gibt. Trans- und Intersexen, Drags oder Queers kommen in diesem Universum nicht oder nur als Abweichung vor.
Ähnliches gilt für die Darstellung sexuellen Begehrens. Heterosexualität wird als das „normale“ und „natürliche“ präsentiert, andere Formen systematisch ausblendet oder abwertet.
0 Antworten auf “Sprache gendern – aber wie?”